animation summer 2013Animation Summer 2013 FotosAnimation Summer 2012

Animation begegnet uns täglich und überall. Sie ist aus Kino, Fernsehen, Internet, Spielen und mobiler Unterhaltung nicht mehr wegzudenken. Die Entwicklung von neuen Produktionstechniken schreitet in rasantem Tempo voran. Entsprechend breit gefächert sind die Möglichkeiten, in diesem spannenden Feld kreativ zu sein.

Anknüpfend an das erfolgreiche Konzept vom vergangenen Jahr startete die Animation Summer Academy heuer in ihre zweite Runde. Vom 6.–10. Juli 2013 drehte sich bei der von Tricky Women in Kooperation mit der Fachhochschule St. Pölten veranstalteten Academy alles um virtuelle Welten, künstlerische Praxis, kreative Prozesse und theoretische Reflexion im Animationsfilm. Das Angebot, mittels Workshops, Diskussionen und Filmscreenings eine umfassende Weiterbildung zu erhalten und die Vernetzungsmöglichkeit mit nationalen und internationalen Fachleuten aus der Animationsbranche zu nutzen, wurde auch heuer wieder mit Begeisterung angenommen.

KursteilnehmerInnen aus fünf Nationen profitierten vom Fachwissen der international renommierten ReferentInnen aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, sei es um erste Einblicke zu gewinnen oder mittels neu erlernter Techniken ihr handwerkliches Spektrum zu erweitern. Einige bekannte Gesichter aus dem vergangenen Jahr waren auch wieder dabei, und nicht wenige von ihnen meldeten sich wiederholt für denselben Workshop an, um das Erlernte, unter professioneller Anleitung, zu verfeinern.

Ein umfassendes Angebot – vom klassisch analogen Verfahren bis zu den neuesten 3D-Techniken – sollte es den TeilnehmerInnen ermöglichen, ihren Vorkenntnissen entsprechend auszuwählen und für sich Neuland in der Welt des Animationsfilms zu erkunden.

Dafür wurden von Tricky Women und der Fachhochschule St. Pölten fünf sehr unterschiedliche Workshops konzipiert.

Zum Einen wurden Inhalte aus dem vorhergegangenen Jahr wieder aufgegriffen, so zum Beispiel die Technik der 3D-Character-Animation mit MAYA, die vor allem unter den Studierenden der FH für Begeisterung sorgte. Zum Anderen wurde mit dem Workshop Colliding Life and Animation eine neue Technik vorgestellt, die bewegte Life-Bilder mit Animation verknüpft und vor allem bei KursteilnehmerInnen mit künstlerischen Vorkenntnissen auf großes Interesse stieß.

Bei der Eröffnung am 6. Juli wurden in Anwesenheit von Max Wallner, Gemeinderat der Stadt St. Pölten, die Workshop-LeiterInnen mit ihren spannenden Arbeiten in den unterschiedlichsten Techniken, Stilen und Genres vorgestellt. Samantha Moore präsentierte beispielsweise ihren animierten Dokumentarfilm „An Eyeful of Sound“, Carla Heinzel zeigte einen Ausschnitt ihrer neuesten 3D-Animation „Room on the Broom“, Lizzy Hobbs stellte mit „Frombald“ die Technik der Direct-on-film-Animation vor, Magali Charrier präsentierte mit „Peace Starts with me“ die faszinierenden Möglichkeiten der Animation auf Found-Footage und Reinhold Bidner schenkte dem Publikum mit dem Video „If we had only tried“ einen Einblick in seine Arbeit mit After Effects.

In den darauffolgenden drei- bis fünf-tägigen Workshops wurden kreative Kommentare zu politischen und gesellschaftskritischen Themen erarbeitet, wurde gezeichnet, gerechnet, geklebt und getüftelt.
Am Dienstag, den 9. Juli gab es am Abend eine Besichtigung und Führung durch den Klangturm und anschließend die Möglichkeit, sich bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Die Villa“ mit den anderen KursteilnehmerInnen und ReferentInnen auszutauschen, bevor es am darauffolgenden Tag an die Fertigstellung der entstandenen Arbeiten ging.

Bei der Abschlussfeierlichkeit im Festsaal der Fachhochschule St. Pölten berichteten die ReferentInnen,  wie es ihnen und den TeilnehmerInnen in den vergangen Tagen ergangen war. Dabei wurden mehrfach die Wissbegierde und die großen Fortschritte der KursteilnehmerInnen gelobt. Höhepunkt der Feier war  die Präsentation der entstandenen Werke auf großer Leinwand. Die Ergebnisse spiegelten durchaus die Vielseitigkeit des Animationsfilms wider; von der 15-sekündigen 3D-Animationssequenz bis zu einem dreieinhalbminütigen, in Gruppenarbeit entstandenen Dokumentarfilm, wurde ein Querschnitt der Techniken und Möglichkeiten der Animation dargestellt.
Mit der Vergabe der Zertifikate war der offizielle Teil des Abends zwar beendet, bei Getränken im Foyer wurden dann aber schon neue Pläne für 2014 geschmiedet, die Einreichung eines gemeinschaftlich erarbeiteten Films beim Tricky Women Festival diskutiert und Wünsche für einen weiteren Animation Summer im nächsten Jahr ausgesprochen.

(Reinhold Bidner)

In diesem Workshop wurde gleichermaßen auf das WAS (inhaltliche Ebene), das WIE (technisch-formale Aspekte) und das WARUM (die zugrundeliegende Motivation) die jedes (Kurzfilm)Projekt ausmachen Wert gelegt.
Filmische Mikroerzählungen zum Thema „Parallelwelten“ wurden erstellt. Die TeilnehmerInnen sollten in Kleingruppen von 2-3 Personen einen für sie relevanten Zugang zum Thema finden. Verschiedenste Lesarten waren möglich, da das Thema  sowohl eine gesellschaftskritische als auch eine “persönlichere” Auseinandersetzung zuließ.

(Carla Heinzel)

Die an der Filmakademie Baden-Württemberg ausgebildete und an mehreren europäischen Hochschulen geschätzte Expertin Carla Heinzel vermittelte an fünf Tagen Technik und Kniffe zur 3D Character-Animation,  mittels Maya-Software. Carla Heinzel gibt ihre vielseitigen Erfahrungen aus der Animationsfilmindustrie, die sie z. B. aus Produktionen von Publikumslieblingen wie „Room on the Broom“ und „Lizzy und der wilde Kaiser“ gewonnen hat, an die TeilnehmerInnen weiter.

(Lizzy Hobbs)

Auf Found-Footage-Material von 35mm-Filmstreifen zeichneten, ritzten, markierten, stempelten und schnipselten die Teilnehmenden dieses Workshops kurze Filmsequenzen in die vorhandenen bewegten Bildgeschichten und kreierten so mit der britischen Filmemacherin Lizzy Hobbs und Tricky Women Preisträgerin (2008) neue, zauberhafte Bildfolgen.

(Magali Charrier)

Die preisgekrönte Regisseurin und Video-Künstlerin Magali Charrier erkundete gemeinsam mit den Teilnehmenden den Dialog zwischen Zeichnung und Bewegung. In 15- bis 30-sekundenlangen Sequenzen wurden Animation und Live-Action-Footage zusammengeführt indem das Filmmaterial durch Zerschneiden, Zeichnen, Kleben, Neuzusammenstückeln und Brennen verarbeitet wurde.

(Samantha Moore)

Samantha Moore ist eine preisgekrönte Animations-Dokumentarfilmemacherin, die sich vorwiegend der Techniken digitaler 2D-Animation bedient. Die KursteilnehmerInnen standen schon im Vorfeld in regem Austausch; via facebook diskutierten sie über das von Samantha Moore vorgeschlagene Thema „Feminismus heute“ und brachten gesammelte Interviews mit zum Workshop, die als Arbeitsgrundlagen dienen sollten. Interviewtechniken wurden genauso besprochen, wie die dramaturgische Bearbeitung dokumentarischer Inhalte. Mittels des Softwareprogramms TV-Paint entstand ein gemeinschaftlich erarbeiteter Film.