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TRICKY WOMEN 2008

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Allgemeines - Was war anders?

Wolle und Stricknadeln ergeben nicht zwangsläufig Schals und Socken, das beweist zumindest der Gewinnerinnenfilm von Tricky Women 2008. Nur zwei Minuten dauert „Don’t let it all unravel“ von Sarah Cox und offenbart doch eindrücklich die Folgen des Klimawandels auf unser Ökosystem. Die gestrickte Welt löst sich auf, fast als würde jemand am Faden ziehen.

Komplexe Probleme mit kreativen Mitteln auf den Punkt zu bringen gehört zu den großen Stärken des Animationsfilms. Wie vielfältig die Umsetzungen dabei sind, konnte man beim Animationsfilmfestival Tricky Women 2008 bewundern. Zum nun mehr fünften Mal widmete sich Tricky Women ganz dem Trickfilmschaffen von Frauen.

Das europaweit einzigartige Konzept projizierte vom 27. bis 31. März 144 Animationsfilme auf die Leinwände des Wiener Top und Metro Kinos. Gezeigt wurden  neueste Trickfilmwerke aus 27 Ländern, die dem Publikum einen umfassenden Einblick in Entwicklungen des zeitgenössischen Animationsfilms lieferten. Tricky Women 2008 – das hieß auch heuer wieder viele Gäste, volle Kinosäle, anregende Diskussionen und interessante Begegnungen.

Dabei gab es dieses Jahr einige Besonderheiten. So fanden Eröffnung und Preisverleihung erstmals im traditionsreichen Wiener Metro Kino statt. Zwar nutzte man als Hauptspielstätte wieder das Top Kino, das sich wegen seiner hervorragenden technischen Ausstattung und entspannten Kino/Bar-Atmosphäre einmal mehr als ideales Festivalkino entpuppte, allerdings entschieden sich die Veranstalterinnen heuer, aufgrund der begrenzten Platzwahl im Top Kino, Eröffnung, sowie Preisverleihung im Metro Kino zu veranstalten.

Dass Tricky Women deutlich gewachsen ist zeigte sich nicht nur an der Ortswahl für Eröffnung und Preisverleihung, sondern auch an der Vielzahl an internationalen Gästen, die das Festival dieses Jahr besuchten. Über 30 Gäste, darunter Filmemacherinnen, Lehrende und KünstlerInnen aus verschiedenen Ländern nutzen bei Tricky Women 2008 wieder die Gelegenheit ihre Filme selbst zu präsentieren bzw. neue Kontakte zu knüpfen.

Das Programm

Neben mehreren Spezialprogrammen bildete der internationale Wettbewerb auch dieses Jahr das Herzstück des Festivals. Aus 56 Arbeiten wählte die internationale Jury, bestehend aus Maureen Furniss (USA), Marjut Rimminen (Fin/GB) und Susi Jirkuff (A), die besten Arbeiten.

Darüber hinaus war das Thema Ausbildung zweifellos einer der Schwerpunkte von Tricky Women 2008. In einem eigenen Filmschulenprogramm hatten drei Filmschulen (Hochschule Luzern – Gestaltung & Kunst; Bezalel Academy of Arts and Design Jerusalem und California Instiute of the Arts) Gelegenheit sich zu präsentieren. Die Zusammenstellung ausgewählter Studienarbeiten, sowie die anschließenden Gespräche mit VertreterInnen der jeweiligen Schulen lockten viele interessierte BesucherInnen ins Top Kino. Einen weiteren Höhepunkt von Tricky Women 2008 bildete die Personale, die dieses Jahr mit Marjut Rimminen einer der Pionierinnen des europäischen Trickfilms gewidmet war.

Wie lebendig und vielseitig die Trickfilmszene auch in Österreich ist bewies das „Österreich Panorama“, das eine Auswahl der spannendsten und neuesten Animationsfilme der heimischen Trickfilmszene zeigte. Zahlreiche österreichische Filmemacherinnen waren bei den Vorführungen anwesend und diskutierten anschließend angeregt mit dem Publikum über Entstehungsweise und Hintergründe ihrer Arbeiten.

Die Zusammenstellungen „Russische Animation und Literatur“ und „Specials“ rundeten das Programm von Tricky Women 2008 ab und offenbarten einmal mehr Ideenreichtum und Bandbreite des internationalen Trickfilms.  

Die Eröffnung

Für den Eröffnungsabend des Festivals ins Metro Kino auszuweichen erwies sich als richtige Entscheidung. Nicht nur verlieh das traditionsreiche Wiener Lichtspielhaus dem Festivalauftakt einen feierlichen Rahmen, sondern bot auch ausreichend Platz für die vielen BesucherInnen, darunter viele politische EntscheidungsträgerInnen, SponsorInnen und kulturelle Prominenz, die sich die Eröffnung von Tricky Women 2008 am Donnerstagabend nicht entgehen lassen wollten. Karin Steger übernahm die Moderation des Abends. Nach der Eröffnungsrede der Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, ging Karin Steger kurz auf die Geschichte des Festvials ein und stellte die Tricky Women Initiatorinnen Waltraud Grausgruber und Birgitt Wagner vor. Diese nutzen die Gelegenheit sich bei FörderInnen, sowie SponsorInnen des Festivals zu bedanken und die zahlreichen geladenen Gäste zu begrüßen.

Für die Übersetzung ins Englische war, wie bereits in den Jahren zuvor, Jill Kreuer zuständig. Mit dem anschließenden Screening des ersten Wettbewerbsprogramms war Tricky Women 2008 offiziell eröffnet.

Connecting Animation – internationales Forum (in Zusammenarbeit mit dem Filmfonds Wien)

Der Freitagnachmittag stand im Top Kino ganz im Zeichen von „Connecting Animation“. Das internationale Treffen von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und VerterInnen der österreichischen Filmbranche, das letztes Jahr zum ersten Mal im Rahmen von Tricky Women 2007 stattfand – etabliert sich immer mehr als wichtiger Branchentreff und Impulsgeber der internationalen Trickfilmszene. Auch heuer erwarteten die zahlreichen TeilnehmerInnen wieder aktuelle Informationen, ausführliche Diskussionen und interessante Referate rund ums Thema Animationsfilm. Die Moderation übernahm Claudia Slanar.

Neben einer aktuellen Studie zum Spannungsfeld „Animation und Gender“ stand das Thema Ausbildung im Mittelpunkt der Veranstaltung. VertreterInnen verschiedener Fachhochschulen und Universitäten, darunter Jochen Ehmann von der Hochschule Luzern Design & Kunst, erörterten wichtige Eckpunkte einer qualitativ hochwertigen Animationsfilmausbildung.

Dass der österreichische Trickfilm, was Etablierung, Ansehen und Förderung betrifft noch in den Kinderschuhen steckt, zeigte sich deutlich im Vergleich mit Erfolgsgeschichten anderer Länder. Vor allem der Aufstieg des unabhängigen finnischen Animationsstudios Animae Vitae, vorgestellt von Laura Neuvonen, versetzte das Publikum ins Staunen und ließ die Entwicklungsmöglichkeiten einer gut geförderten Trickfilmproduktion erahnen. Russland nimmt mit seinen Trickfilmen eine führende Position im internationalen Animationsfilmbereich ein. Warum das so ist, erfuhr man / frau im Vortrag von Sofia Kravtsova und Ekaterina Mikhaylova, der spannende Hintergrundinformationen zum traditionsreichen Animose Studio Moskau enthielt. Innovative Formate und ungewöhnliche Inhalte gehören zum Markenzeichen des britischen Fernsehsenders Channel 4. Dazu passt auch das Vorhaben des Senders die Förderung des Animationsfilms mit dem eigenen Trickfilmkanal „4mations“ weiter auszubauen. Rac<st1:PersonName w:st="on">hel</st1:PersonName> Roberts stellte das Projekt in ihrem Vortrag vor.

Preisträgerinnen

Auch dieses Jahr hatte die Jury wieder die Qual der Wahl – aus 56 hochkarätigen Wettbewerbsbeiträgen die besten zu küren ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Entscheidung fiel schließlich auf Sarah Cox, die für ihren Film „Don’t let it all unravel“ den mit 3.650 Euro dotierten Tricky Women Preis der Stadt Wien erhielt. Der Synchro Film & Video Materialpreis im Wert von 1.500 Euro ging an Marika Heidebäck für „Holly Hallonsten Ger Ingen / Holly Get’s Even“. Über ein dreimonatiges Arbeitsstipendium des „Artist – in – Residence Programms des quartier21“ durfte sich <st1:PersonName w:st="on">Elisabeth Hobbs</st1:PersonName>, die für „The old, old, very old man“ ausgezeichnet wurde, freuen. Sieben Filme erhielten eine besondere Erwähnung der Jury.

Auch das Publikum war heuer wieder gefragt, schließlich galt es den von Hoanzl gesponserten Publikumspreis zu vergeben. Die Wahl der ZuschauerInnen fiel auf „Lovesick / Liebeskrank“ von Špela Čadež.

Preisverleihung

Gespannte Ruhe lag in der Luft des Wiener Metro Kinos kurz bevor die diesjährigen Preisträgerinnen am Sonntagabend verkündet wurden. Wie bereits bei der Eröffnung führte Karin Steger durch den Abend. <st1:PersonName w:st="on">Jill Kreuer</st1:PersonName> übernahm die Übersetzung. Das Geheimnis um den Hauptpreis lüftete schließlich Dr.in Elisabeth Vitouch, die als Gewinnerin des Tricky Women Preis der Stadt Wien Sarah Cox bekannt gab. Die Preisträgerin selbst konnte nicht anwesend sein, bedankte sich allerdings in einer eingespielten Videobotschaft bei den Anwesenden. Nachdem auch die Gewinnerinnen des Materialpreises und des 3-monatigen Stipendiums des quartier21 verkündet waren, wurde es noch einmal spannend. Für wen hatte sich das Publikum entschieden? Schließlich konnte eine sichtlich erstaunte Špela Čadež den von Hoanzl zur Verfügung gestellten Preis entgegennehmen. Bei Sekt und Wein hatten die BesucherInnen anschließend Gelegenheit die gezeigten GewinnerInnenfilme noch einmal Revue passieren zu lassen.

 

Tournee

Damit auch Animationsfilmfans in den Bundesländern nicht zu kurz kommen gehen heuer wieder ausgewählte Arbeiten von Tricky Women 2008 (Best of Tricky Women 2008) auf Tournee.

 

08.04. Kinovi(sie)on, Leokino / Innsbruck

15.04. Cinema Paradiso / St. Pölten

18.04. Lenzing