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Rhythmisierte, in einander übergehende schwarz-weiß Zeichnungen, die sich immer wieder im Nichts aufzulösen scheinen und doch Schockierendes offenbaren.

Der Gewinnerinnenfilm von Tricky Women 09 „Hezurbeltzak, una fosa común / Hezurbeltzak, A Common Grave“ der baskischen Künstlerin Izibene Oñederra bleibt rätselhaft und zielt direkt auf den Sehnerv der ZuseherIn. Die fein abgestimmte Komposition aus Bild und Sound überzeugte die Jury und konnte sich gegen 55 weitere hochkarätige Beiträge im internationalen Wettbewerb durchsetzten.

Fünf Tage lang stand das Wiener Top Kino wieder ganz im Zeichen neuester Trickfilmkunst von Frauen. Die fünf Wettbewerbsprogramme waren aber bei weitem nicht alles was die sechste Ausgabe des europaweit einzigartigen Animationsfilmfestivals zu bieten hatte.
Tricky Women 2009 das hieß insgesamt 175 Trickfilme, interessante Filmemacherinnen aus der ganzen Welt, gut gefüllt Kinosäle, ein aufgeschlossenes Publikum und nicht zuletzt viele anregende Diskussionen und Begegnungen. Es gab viel Neues dieses Jahr – so fand die Tricky Women Eröffnung erstmals im renommierten Gartenbaukino statt, außerdem zog das internationale Forum „Connecting Animation“, das im Rahmen des Festivals, jährlich über Trends und Entwicklungen der Trickfilmbranche informiert, ins Filmmuseum.

Das Programm
Neben dem internationalen Wettbewerb, dem Schwerpunkt des Festivals, präsentierte
Tricky Women 2009 ein dichtes, abwechslungsreiches Programm.
Ein Höhepunkt war zweifelsohne die Mary Ellen Bute Retrospektive. Unter dem Motto „Seeing Sound“ präsentierte Tricky Women das faszinierende Oeuvre der visionären Filmkünstlerin aus den 1930er bis 1950er Jahren auf 16 mm und gehört damit zu den ersten, die Butes Werk wieder in Europa zeigen. Außerdem stellte die amerikanische Comicautorin Nina Paley ihren Spielfilm und den Festivalhit der vergangenen Monate „Sita Sings The Blues“ persönlich in Wien vor. Drei Filmschulprogramme (SHAR Moskau, Supinfocom Arles, Filmschulen Worldwide) boten jungen Nachwuchsregisseurinnen eine Plattform und überzeugten mit inhaltlichem, wie visuellem Einfallsreichtum. Die Direktorinnen der renommierten Trickfilmausbildungsstätten SHAR (Moskau) und Supinfocom (Arles) informierten das interessierte Publikum über Lehrinhalte und Aufnahmebedingungen der Schulen. Wie vielseitig und spannend die heimische Trickfilmszene ist bewiesen die Arbeiten im Österreich Panorama. Viele (österreichische) Künstlerinnen waren bei den Screenings anwesend und diskutierten anschließend  mit den ZuschauerInnen über Entstehungsweise und Hintergründe ihrer Filme. Außerdem präsentierte das Festival die neueste von Tricky Women produzierte DVD „Best of Vera Neubauer“ und zeigte in einer eigenen Filmschau einige der herausragendsten Werke der innovativen britischen Filmemacherin. Vera Neubauer war auch Mitglied der Tricky Women 09 Jury. Die kuratierten Zusammenstellungen „From New York With Love“ und „Japanese Animation Today“, sowie „Specials“ rundeten das diesjährige Filmprogramm ab.

Die Eröffnung
Dichtes Gedränge vor dem Ticketschalter, ein ausverkauftes Gartenbaukino
Tricky Women 2009 startete fulminant in fünf aufregende Festivaltage. Barbara Rett führte gekonnt charmant durch den Abend. Neben vielen BesucherInnen wollten sich auch politische EntscheidungsträgerInnen, wie der Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Mailath-Pokorny das Tricky Women 09 Opening nicht entgegen lassen. Eine Live-Cinema-Performance der finnischen Medienkünstlerin und VJane Mia Makela (aka SOLU), sowie filmische Leckerbissen stimmten auf die kommenden Festivaltage ein. Anschließend feierten Publikum und Gäste bis nach Mitternacht zum Sound von DJane Sweet Susie im Foyer des Gartenbaukinos.

Internationales Forum „Connecting Animation“
(in Zusammenarbeit mit dem Filmfonds Wien)
Wer mehr über ungewöhnliche und effiziente Vermarktungsstrategien des Animationsfilms wissen, sich über Leben und Arbeit der Filmpionierin Mary Ellen Bute, modernes VJing oder die neuesten Standards in der Animationsfilmausbildung informieren wollte, war am Freitag im Wiener Filmmuseum sehr gut aufgehoben. Genau darum ging es nämlich in den Vorträgen und Diskussionen des internationalen Forums „Connecting Animation“.
Das Treffen von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und VertreterInnen der Filmbranche fand dieses Jahr erstmals im Wiener Filmmuseum statt und lieferte den zahlreich erschienen TeilnehmerInnen fundierte Hintergrundinformationen rund ums Thema Animationsfilm.
Die Moderation übernahm die Medienwissenschafterin Mag.a Dr.in Andrea Braidt.

Workshops
„Do it Yourself“ lautete der Slogan bei den beiden Workshops, die im Rahmen von Tricky Women 09 stattfanden. In Kooperation mit dem Kindermuseum Zoom und unter Anleitung von erfahrenen Künstlerinnen konnten die Teilnehmerinnen eigenen trickfilmtechnischen Ambitionen nachgehen und erfuhren viel Wissenswertes über die Entstehung eines Animationsfilms. Die Workshops erfreuten sich großer Beliebtheit und waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.

„Meet the Artists“
Viele Filmemacherinnen u.a. aus dem Iran, Russland, Polen, Kroatien, USA, Großbritannien, Japan, Spanien und Belgien waren auch dieses Jahr in Wien zu Gast und trugen wesentlich zur lebendigen Atmosphäre des Festivals bei. Frei nach dem Motto „Meet the Artists“ hatte das Publikum am Samstag- und Sonntagvormittag die Möglichkeit, bei moderierten Gesprächen, mehr über die Künstlerinnen und ihre Werke zu erfahren.

Preisträgerinnen & Preisverleihung
Wie jedes Jahr hatte die Jury, diesmal bestehend aus Sayoko Kinoshita (Direktorin des Hiroshima International Animation Festivals, JP) Vera Neubauer (Filmemacherin und Produzentin, GB) und Rosa von Suess (Künstlerin und Dozentin für Video/TV u.a. FH St. Pölten und Kunstuniversität Linz, AT/DE) keine leichte Aufgabe.
56 ausgewählte Arbeiten stellten sich in fünf Wettbewerbsprogrammen einer hochkarätigen Konkurrenz. Am Sonntagabend war es dann endlich soweit - die Jury verkündete im Top Kino die diesjährigen Preisträgerinnen. Der mit 4.000 Euro dotierten Preis der Stadt Wien ging an die baskische Filmemacherin Izibene Oñederra für „Hezurbeltzak, una fosa común / Hezurbeltzak, A Common Grave“. Das dreimonatige Arbeitsstipendium des „Artist in Residence“ Programms erhielt Delphine Hermans aus Belgien für „L'enveloppe jaune /
The Yellow Envelope“. Den Synchro Film&Video -Sachpreis gewann Denise Hauser aus Großbritannien für „Copy City“. Drei Filme bekamen eine spezielle Erwähnung
„Le Mulot Menteur / The Mouse With A Mouth“ von Andrea Kiss, „Peremena“ von
Jen-Shen Gur und „Cabaret Kadne“ von Anna Solanas und Marc Riba aus Spanien.
Über den, im Rahmen von Tricky Women, erstmals vergebenen Preis für einen österreichischen Animationsfilm gestiftet von Hubert Sielecki in der Höhe von 500 Euro freute sich die Wiener Künstlerin Brigitte Höfler ( „The Shadow of Thought“). Auch das Publikum war gefragt, schließlich galt es den Tricky Women Publikumspreis, eine Akkreditierung für Tricky Women 2010, zu vergeben. Die Entscheidung der ZuschauerInnen fiel auf den witzigen Zeichtrickfilm „Zoologic“ der US-Amerikanerin Nicole Mitchell. Durch die Preisverleihung führte Petra Erdmann. In entspannter Atmosphäre und bei einem Gläschen Sekt hatten Gäste und Publikum schließlich die Gelegenheit die gezeigten Gewinnerinnenfilme Revue passieren zu lassen.